Karin Afshar
Afshar, Karin, geb. 1958 in der Eifel, Sprachwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Studium in Hamburg (Allgemeine Sprachwissenschaft, Finn-Ugristik, Psychologie), Promotion 1998, von 2000 bis 2003 Lehrauftrag an der Universität Hamburg (Persischstrukturkurs für Lehrer von Kindern anderer Muttersprachen), seit 2004 in Frankfurt. Verschiedene Veröffentlichungen, z.B. Kinderbücher und Lyrik. 2005 und 2006 Persischkurse in Offenbach, Deutsch-als-Fremdsprache- Kurse in Firmen und in anderen Institutionen, Mitautorin des Persisch-Lehrbuchs; Veranstaltungen von Seminaren zum Schreiben, Lektorat und Lesen. In den Jahren 2006-2007 kurzzeitig Lehrerin an einem Gymnasium für Deutsch/Deutsch als Fremdsprache, dann Abberufung nach China an die Shandong Economic University für 3 Monate (Communication & Presentation, Deutsch als Fremdsprache). Im Verlag Lektorin, Herausgeberin, Coach, Kalkulatorin, Buchhalterin, Telefonistin und ab und zu auch noch Autorin.
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Persisch, Finnisch und Ungarisch. Japanisch musste eine Baustelle bleiben, ebenso wie Russisch.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen im Waxmann Verlag:

Zweisprachigkeit oder Zweitsprachigkeit?
1998, 364 S., br., ISBN 3-89325-595-8, Euro 29,90
Man ist versucht zu fragen, warum hier ein Unterschied zwischen ZWEI- und ZWEITsprachigkeit gemacht wird. Gibt es Qualitätsunterschiede? Oder ist es eine Frage von Nacheinander und Gleichzeitigkeit? Der gleichzeitige Erwerb von zwei Erstsprachen führt gemeinhin zu einer Zweisprachigkeit, der ungleichzeitige Erwerb aber zu einer Zweitsprachigkeit. Nach den hier vorgelegten Ergebnissen ist indes kaum zu bestreiten, dass auch der gleichzeitige Erwerb zweier Sprachen zu einer faktischen Zweitsprachigkeit führen kann. Abgesehen von der terminologischen Fassade blicken wir hinter noch ganz andere Prozesse des Spracherwerbs und der Sprachverwendung innerhalb einer Familie.

Kindliche Kommunikation - einsprachig und mehrsprachig
Hrsg. v. Katharina Meng u. Jochen Rehbein
Mit einer erstmals auf Deutsch publizierten Arbeit von Lev S. Vygotskij “Zur Frage nach der Mehrsprachigkeit im kindlichen Alter”
Mehrsprachigkeit Bd.1, 2007. 474 S. 21 cm, kartoniert
In der Kindlichen Kommunikation vollzieht sich die kindliche Sprachentwicklung. Kindliche Kommunikation ist eine notwendige Bedingung der Ontogenese sprachlicher Fähigkeiten. Die Einführung des Buches verortet die sprachpsychologischen und sprachwissenschaftlichen Grundlagen der Forschung zur Kindlichen Kommunikation im 19. und 20. Jahrhundert bis hin zu Jean Piaget, Karl Bühler und zu der gesellschaftlichen Psychologie Lev Vygotskijs. Dabei wird Spracherwerb als die Aneignung sprachlicher Tätigkeiten und Handlungen konzipiert, die als Verarbeitung sprachlicher Kommunikation in einem altersspezifischen Entwicklungsprozeß vor sich geht. Die beiden grundsätzlichen Ansätze der Kindersprachforschung, die sich in neuerer Zeit auf Vygotskij beziehen, die Tätigkeitstheorie und die Funktionale Pragmatik, werden zusammengeführt und auf Mehrsprachigkeit hin erweitert. Für eine differenzierte Sprachentwicklung und die damit im unmittelbaren Zusammenhang stehende Entwicklung höherer mentaler Prozesse ist der Ausbau des Diskurses durch Vorlesen, Erzählen und das gemeinsame Reflektieren wichtig, nicht zuletzt als Grundlage für die schulische Texthabitualisierung.
Die allesamt empirischen Beiträge dieses Buches sind verschiedenen Aspekten dieser Fragen gewidmet und stellen den Spracherwerb in das Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Diskurs, Grammatik und Text. Ein besonderer Leckerbissen ist der Fund der Arbeit Lev Vygotskijs zur Mehrsprachigkeit in der frühen Kindheit von 1928-1929, in der bereits ein Wechselverhältnis von mehrsprachiger individueller Entwicklung und mehrsprachigen gesellschaftlichen Kommunikationsstrukturen und -konstellationen formuliert wurde.
“Du sollst baqal-e baba kommen, nicht er…!” - Zum Sprachwechsel in einer persisch-deutschen Familie, S. 335 ff
Weitere Veröffentlichungen hier